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2006  an die Adria!

Anfang Juni erfuhr ich, dass meine Enkel Bastian und Simon (4 Jahre und 1 Jahr alt)  mit ihren Eltern nach Italien in den Urlaub fahren werden. Ein Campingplatz in Caorle an der Adria war ihr Ziel. Das war doch d i e Gelegenheit eine Motorradtour daraus zu machen! Ich konnte mir recht gut vorstellen, wie ich mit den Kleinen am Meer Sandburgen baue und wie ich mich freuen würde, wenn ich die großen Augen der Kids sehe wenn sie dass Meer bestaunen!
Nachdem ich meine Frau von der „Notwendigkeit" dieser Tour überzeugt hatte, ging ich daran, mir Mitfahrer zu suchen. Einige meiner Motorradkumpels mussten absagen, so blieben zum Schluss noch Peter Hauselt, ein Flieger- und Funkerkollege und Sepp Hollweck, ein ehemaliger Arbeitskollege. Sepp sagte jedoch erst am letzten Tag vor dem Start zu und wusste auch nicht, ob er die ganze Strecke mitfahren oder nach einiger Zeit wieder umkehren würde. Um es kurz zu machen: Sepp fuhr mit bis ans Meer und auch wieder gemeinsam mit uns zurück!
Am Montag, den 19.Juni um 9:00 Uhr, war unsere Abfahrt bei Peter geplant. Ich hatte es nicht recht eilig, denn die Erfahrung von früheren Fahrten lehrte mich, dass Peter sowieso nicht zum vereinbarten Zeitpunkt fertig sein würde. Ich fuhr daher recht gemütlich zum Tanken und dann in Richtung Start. Aber welch eine Überraschung, man wartete schon auf mich und es konnte gleich losgehen!Durch das Vilstal fuhren wir bis Regensburg, dann auf die Autobahn in Richtung Passau.
In der Nähe von Passau verließen wir die AB wieder und fuhren über österreichische Bundes- und Landstrassen in Richtung Traunsee.
Wir hatten uns vorgenommen, nicht direkt nach Italien zu fahren, sondern wollten einen kleinen Umweg in Richtung der österreichischen Seen machen. Die Fahrt nach Süden ans Meer und auch wieder zurück wollten wir immer auf zwei Tage ausdehnen um etwas mehr von der schönen Alpengegend genießen zu können. Auch war es nicht so stressig, weil wir nicht den ganzen Tag nur fahren mussten, sondern auch mal größere Pausen einlegen konnten. So wurden manchmal die Pausen fast ein wenig zu lange, aber das merkten wir immer erst am Abend!

Über Schärding, Ried, Puchheim kamen wir am späten Mittag in Gmunden am See an. Hier legten wir die erste größere Pause ein. Wir lernten auch zwei österreichische Biker, die aus der Gegend von Wels kamen, kennen.  Sie halfen uns bei der weiteren Routenplanung mit ihren Insidertipps. Nach einer langen Pause, die vor allem dem Erholen gewisser edler Körperteile diente, (es war dieses Jahr das erste Mal, dass wir längere Zeit in einem Stück auf der Maschine saßen) ging es weiter das Ufer  des Traunsees entlang nach Ebensee, Bad Ischl, Bad Goisern und zum Hallstättersee. Es war inzwischen ca. 18:00 Uhr geworden und für den ersten Tag hatten wir genug. Wir machten uns daran, ein Quartier zu suchen. Mitten im Ort fanden wir den Campingplatz Höll - Pannhauserstüberl.  Ein netter kleiner Platz mit einer Gastwirtschaft, in der ich gleich mit zwei Weizen meinen Riesendurst löschte. Nachdem noch Vorsaison herrschte, war der Platz nur sehr schwach belegt. Gleichzeitig mit uns fuhr auch ein englisches Motorradpärchen (Susan und Colin) in den Hof des Campingplatzes ein. Die beiden stammten aus Mittelengland und waren schon die dritte Woche auf der Reise. Über Frankreich, Norditalien, Österreich waren sie unterwegs nach Deutschland und in Richtung Heimat
Nach dem Aufbauen der Zelte  machten meine beiden Begleiter noch einen Spaziergang durch Hallstatt. Ich zog es vor, beim Zelt und der Maschine zu bleiben und nutzte die Zeit zum Duschen und für eine Erkundungstour über den Platz. Inzwischen waren bedrohlich anzusehende Wolken aufgezogen und es sah sehr nach Gewitter aus. So kam es denn auch: In der Nacht entlud sich ein Gewitter wie ich es noch selten erlebt hatte. Zwischen den engstehenden Felswänden krachte es zum Fürchten. Aber die Müdigkeit und meine zwei schnell getrunkenen Weißbier machten das Ganze für mich erträglich! Unsere Zelte wurden einer Dichtigkeitsprobe unterzogen und bestanden sie nur zum Teil. In der Hoffnung, dass wir beim zweiten Zeltaufbau in Italien sein würden und die italienische Sonne alles wieder trocknet, nahmen wir die Feuchtigkeit nicht ganz so ernst.
Nachdem die Motorräder wieder bepackt waren und nach einem kräftigen Frühstück in der Wirtschaft des Campingplatzes (Eier mit Speck sind wirklich empfehlenswert) war es Zeit, den zweiten Tag in Angriff zu nehmen.
Wir fuhren am Südende des Hallstädtersees entlang, in Richtung Obertraun, den Knoppenpass hoch, über Bad Ausee, Bad Mitterndorf, und Pürgg nach Niederöblarn. Als ich Niederöblarn auf den Wegweisern las wusste ich schon, dass nun eine größere Pause anstand, denn welcher Segelflieger kann schon an Niederöblarn vorbeifahren ohne anzuhalten! Das ist nicht möglich, denn dazu ist dieser Alpenflugplatz einfach zu bekannt unter den Segelfliegern. So kam es dann auch, dass wir annähernd 2 Stunden brauchten, bis wir uns am Flugplatzbetrieb und vor allem in der riesigen, mit allen möglichen Flugzeugen vollgestopften Halle,sattgesehen hatten.
Weiter fuhren wir über eine von den Niederöblarner Fliegern empfohlene Strecke, die „Erzherzog Johann Strasse". Der folgende Sölkerpass selber ist nicht unbedingt aufregend aber schön gemütlich zu fahren. Erwähnenswert sind die dort häufig eingebauten querliegenden Brücken aus Eisen- knüppeln. Nachdem ich einmal darauf ausgerutscht bin habe ich mich dafür interessiert und erfahren, dass dies Sperren für die dort frei laufenden  Kühe sind. Die Rindviecher trauen sich nicht über die ca. 10 cm auseinander liegenden Eisenknüppel. Somit wirken sie wie ein Zaun über die Strasse. Auf der Passhöhe angekommen verdrückten wir auf einer Bank, die sich im Schatten einer kleinen Kapelle befand, unser Mittagessen aus dem Topcase.  Für die in diesen Koffern von Zuhause mitgebrachten Essensvorräte wurde es langsam Zeit verbraucht zu werden, denn sie kamen zusehends an die Grenze ihrer Haltbarkeit ! Danach machten wir uns auf den Weg durch die Gurktaler Alpen mit dem nächsten Ziel Turracherhöhe. Der Abstieg von der Turracherhöhe in Richtung Süden ist recht interessant: 23% Gefälle! Sepp, der so etwas das erstemal mit dem Motorrad befuhr, meinte, dass das einem gesteuerten Absturz gleich kommt. Weiter ging es bis Villach als nächster Station. Über Feldkirchen den Ossiachersee entlang erreichten wir Villach. Hier habe ich mein Navi mal wieder auf die Probe gestellt und trotz einiger Straßenbaustellen in der Stadt schaffte es meine „Sussi" recht gut und wir kamen ohne größere Umwege in Arnolstein an. Nun ging es über die italienische Grenze ins Land der Römer. So ein Grenzübergang ist heutzutage dank Europa kaum mehr zu bemerken. In Traviso nahmen wir die Abzweigung Richtung Slowenien (wurde uns auch von den Niederöblarer Fliegern empfohlen) wobei es schon einige Zeit dauerte, bis wir die richtige Strasse fanden. Das Navi versagte den Dienst und bei einem italienischen LKW Fahrer, der unser Dilemma erkannte und uns helfen wollte, scheiterte es an unseren Sprachkenntnissen. Aber schließlich fanden wir den richtigen Zugang zum Passo Pretil. Es ging bis kurz vor die Grenze nach Slowenien dann rechts ab zum Passo Nevea. Dieser Pass ist landschaftlich wunderschön und kann nur empfohlen werden. Kurz nach der Abzweigung zu diesem Pass fanden wir ein Relikt aus dem 2.Weltkrieg. In einer seitlichen Ausbuchtung der Strasse steht ein nicht gerade kleines amerikanisches Geschütz. Eigentlich wäre es schöner gewesen, durch Slowenien „hinunter" bis Udine zu fahren aber keiner konnte uns wirklich sagen, ob man in Slowenien einen Pass braucht oder ob man mit dem Personalausweis zurecht kommt. Wir drei Spezialisten hatten natürlich nur den Personalausweis dabei und so entschlossen wir uns, den oben erwähnten Pass Nevea zu befahren. Da die Gegend von hier aus Richtung Meer nicht viel für Motorradfahrer zu bieten hat und da die Tageszeit auch schon recht fortgeschritten war, rangen wir uns für das letzte Stück bis Caorle zu einer Autobahnfahrt durch. Ca. 130 km fuhren wir für 7,50 € auf der Autobahn, immer zwischen den vielen LKW`s. Von deren Bugwellen durchgeschüttelt waren wir froh, als wir die AB wieder verlassen konnten. Jetzt waren es nur  noch ca. 30 Km und wir waren an unserem Ziel, dem riesigen „ Ferienzentrum „PRA delle TORRI". Es wurde auch Zeit, denn man wird nur bis 20:30 Uhr aufgenommen. Nach der Anmeldung und dem Aufbau unser Zelte ging es gleich mal zur Abkühlung in das Mittelmeer.  Jetzt hatte ich endlich Zeit, meine Enkel zu suchen. Sie mussten, wenn alles so verlaufen war wie geplant, schon da sein. Da der Platz zu groß war, um nach einem Auto mit Amberger Nummer zu suchen, ging ich gleich zur Platzverwaltung und ließ nachsehen, ob die Familie Ebert aus Deutschland eingetroffen war. Trotz aller Bemühungen war nichts zu finden. Ein Anruf zu Hause brachte die Nachricht, dass die Jungs Windpocken haben und aussahen wie ein Streuselkuchen. Also waren wir alleine hier und konnten uns ausruhen. Das Programm änderte sich grundlegend: Spätes Aufstehen, langes Frühstücken, ins Wasser gehen, mittags eine Kleinigkeit als Selbstversorger essen, danach lange schlafen, nochmals ins Wasser, duschen und ausgehen, um Caorle anzuschauen.Viel Kultur jung und alt gabs  zu bestaunen. Danach Abendessen, spät zurück ins Camp fahren,  bis spät in die Nacht vor dem Zelt sitzen, Rotwein trinken und schlaue Gespräche führen bis die Zunge nicht mehr gehorcht.    Anscheinend bin ich nicht oft genug unterwegs, denn ich fand  alles unheimlich teuer. Wollte ich  länger bleiben, wäre meine Rente bald aufgefressen. Am dritten Tag machten wir uns wieder bereit, in Richtung  Heimat zu fahren.   Um wieder möglichst schnell in die Berge zu kommen haben wir  bis Pordenone die Autobahn gewählt, dann gings auf der Landstraße bis Spilimbero. Hier ist die Beschilderung verwirrend und so haben wir uns etwas schwer getan die kleine Straße Richtung Gebirge zu finden. Sie verläuft am Rand eines immer enger werdenden Tales und wird schließlich am Südrand des Mte.Verzegnis (1915m) zu einer richtigen Bergstraße. Das Wetter war recht heiß und schwül, eine eiskalte Quelle brachte die ersehnte Erfrischung. Am späteren Nachmittag erreichten wir dann Tolmezzo ab hier war es schon wieder interessant,  denn wir waren schon wieder mitten im Gebirge. Recht schön war der Plöckenpass, den wir nun anfuhren. Hier machten wir zum ersten Mal an diesem Tag eine Pause. Als wir die Weiterfahrt antraten und  das erste Stück talwärts sehen konnten, erschrak ich doch etwas: Man stand genau in Höhe der Nabe eines riesigen Windrades. Was man sonst meist nur aus der Ferne sah oder ganz hoch     oben, stand nun Auge in Auge in ca. 50 Meter Abstand gegenüber. Man hatte in den Taleinschnitt eine Windkraftanlage gebaut.  Der Bau an der Stelle war sicher nicht die schlechteste Idee, wirkt doch das enge Tal wie eine Düse und produziert immer hohe Windgeschwindigkeiten.
Auf der Nordseite des Passes ging es weiter über Kötschach, den Gailbergsattel immer in Richtung Lienz. Vor Lienz kamen wir in Nikolsdorf wieder an einem Flugplatz vorbei, den wir natürlich unbedingt besuchen mussten. Peter und ich waren 1980 an diesem Platz, um eine Woche Fliegerurlaub zu verbringen. Von den anwesenden Fliegern konnte sich aber keiner an diese Zeit erinnern. Wir konnten die im Hangar abgestellten Flugzeuge besichtigen, boten unseren Motorsegler an, den wir von unserem Verein aus gerne verkaufen würden, sowie Peters SF 27 und den Spatz des Vereinskollegen Schinhammer. Übernachten wollten wir im Gasthaus Plankensteiner in Gödnach  ( das Lokal kannten wir noch aus früherer Zeit), bloß den Weg wussten wir nicht mehr so genau. Ein Fliegerkollege vom Flugplatz führte uns ruckzuck vor Ort. Wir hatten uns geeinigt, die Zelte nicht mehr auszupacken: Wir waren ganz einfach zu faul. Sepp gefiel das zwar am Anfang nicht so recht, aber schließlich war auch er einverstanden. Nachdem wir uns den Staub der Strasse abgeduscht hatten, gingen wir zum Abendessen und anschließend ins Quartier. Wir waren in einem separat stehenden Haus untergebracht und hatten es für uns ganz alleine. Beim gemütlichen Beisammensein planten wir unseren nächsten Tag, ließen die vergangenen Tage noch einmal Revue passieren und so ganz nebenbei betäubten wir die schmerzenden Sitzflächen mit Rotwein.
Am nächsten Tag, es war inzwischen Samstag geworden und ich musste unbedingt am Abend zuhause sein,




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